Wenn das Nervensystem auf Hochtouren läuft

Kennst du das Gefühl, wenn die Gedanken ständig kreisen, du unbewusst die Luft anhältst und der Kontakt zum Körper verloren geht?
Das kann passieren, wenn unser sympathisches Nervensystem auf Hochtouren läuft - unser Körper ständig in erhöhter Leistungsbereitschaft ist und fortlaufend die Energiereserven anzapft. Grundsätzlich ist das kein Problem, wenn wir danach auch wieder den anderen Teil unseres autonomen Nervensystems - den Parasympathikus – aktivieren können; wir uns regenerieren und sich unsere Batterien wieder aufladen. In unserer Leistungsgesellschaft bleibt aber genau dieser Teil des Nervensystems immer mehr auf der Strecke und es kommt zu einem Energiedefizit. Wir spüren, dass wir erschöpft sind, aber paradoxerweise können wir immer schlechter entspannen und vielleicht kommt es sogar zu Schlafstörungen. Unser Körper ist müde und der Geist läuft auf Hochtouren. Ich persönlich kenne dieses Gefühl aus meiner Vergangenheit nur zu gut. Mein System war in ständiger Alarmbereitschaft. Eine mir nahestehende Person riet mir, mit Yoga zu beginnen. Ich erinnere mich gut, wie die Entspannungsübung zum Schluss (Shavasana – Totenstellung) die Hölle für mich war. Die Minuten zogen sich endlos in die Länge, ich hatte einen innerlichen Kampf mit mir, zweifelte an mir und langweilte mich. Ich sehnte mich nach Aktivität. Als ich dann noch Schnarchgeräusche von anderen Kursteilnehmer*innen hörte (obschon das Einschlafen auch nicht das Ziel ist) war ich verblüfft. Wie ist es möglich, während einer Yoga-Stunde einfach einzuschlafen? Für mich unvorstellbar! Erst nach jahrelangem Üben gelang es mir, die Endentspannung vollständig zu geniessen; es klappte immer besser, meine Aufmerksamkeit wieder auf den gegenwärtigen Moment und meinen Körper zu richten, sobald meine Gedanken abschweiften. Und genau hier möchte ich an das Thema «Meditation» anknüpfen. Meditation liegt im Trend – wir wissen, dass unser Körper und Geist vom Meditieren profitieren kann, setzen uns aber gleichzeitig unter Druck. Auch hier, Leistungsdruck! Wir denken, dass wir bereits nach wenigen Wochen Weltmeister*in im Meditieren sein sollten. Wir haben den Anspruch an uns, bereits nach ein paarmal Üben mindestens 15 Minuten mit absolut stillem Geist dasitzen zu können. Falls das nicht funktioniert, liegt der Beweis vor: «Ich kann es einfach nicht!»

Das stimmt nicht, ich bin der lebende Beweis :-). Ich bin sogar der Meinung, je schwieriger uns das Meditieren zu Beginn fällt, desto mehr hat unser Nervensystem / unser Geist das Meditieren nötig. Was kann helfen, um die Illusion des Nichtkönnens zu überwinden? 1. Die Erwartungen an uns selbst herunterschrauben 2. sich die Zeit nehmen 3. Disziplin 4. nicht ein Zen-Mönch als Vorbild nehmen. Wobei ich nicht einmal sicher bin, ob im gut trainierten Geist eines Zen-Mönches keine Gedanken auftauchen….

Schlussendlich geht es auch gar nicht darum, dass keine Gedanken auftauchen, sondern, dass wir ihnen nicht folgen. Unser Nervensystem und Geist sollen (wieder) lernen, zu entspannen. Der Körper soll wieder bewusst gefühlt werden. Sobald uns dies gut gelingt, können wir die Meditationspraxis ausbauen und erfahren, dass wir unseren Gedanken nicht ausgeliefert sind, sondern dass wir sie gezielt steuern können. So erschaffen wir ganz bewusst, neue neuronale Verknüpfungen im Gehirn, welche uns zu einem entspannteren Leben verhelfen.   

Meine Yoga-Lehrerin hat uns ein schönes Bild vermittelt:

Stell dir vor: du gehst in ein Hotel; der Portier öffnet dir die Türe; aber er folgt dir nicht aufs Zimmer. Genauso ist es mit unseren Gedanken, sie kommen vielleicht durch eine Türe in unseren Geist, aber du hast die Macht, dich nicht von ihnen begleiten zu lassen. Je öfter wir Üben, desto besser gelingt es uns. 

Also:

  • den Kopf nicht zu früh in den Sand stecken
  • die Erwartungen nicht zu hochstecken
  • sich täglich ein paar Minuten Zeit nehmen
  • herausfinden, wie DU am besten meditieren kannst
  • nicht auf andere schauen und annehmen, dass die es viel besser machen
  • akzeptieren, dass es nicht jeden Tag gleich gut geht

Bleib dran, es lohnt sich.

Möchtest du die geistige und körperliche Entspannung einmal ganz bewusst erleben und deinen eigenen Anker kreieren, damit du zu Hause an diesen Zustand anknüpfen kannst?

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